Geschichte

Die ersten katholischen Pfadfindergruppen in Deutschland gründeten sich 1928 in Wuppertal, Beuthen, München, Berlin, Frankfurt a. M., Mannheim und Speyer. Am 7. Oktober 1929 schlossen sich Stämme zur Deutschen Pfadfinderschaft Sankt Georg in Altenberg zusammen. Als Sitz der Bundeskanzlei wurde Wuppertal bestimmt. Einer der Mitgründer, der Theologiestudent Willy Werner, wurde auf dem 1. Reichsthing 1930 in Altenberg zum ersten Reichsfeldmeister des neuen katholischen Jungenbundes ernannt. Zum Reichskurat wurde Kaplan Emmerich Wolter ausgerufen. Das Thing beschloss eine verbindliche Kluft, ein Pfadfindergesetz und eine vorläufige Bundesordnung.

Auf der VI. Reichsversammlung des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands, 1931 in Trier, wurde die DPSG offiziell in der kirchlichen Jugendarbeit aufgenommen. Berühmt wurde in den katholischen Pfadfinderkreisen während der Aufnahmezeremonie das Treuegelöbnis des ersten Reichsfeldmeisters, das in den Zeiten des kommenden Verbotes viele Gruppen zusammenhielt: „Wir sind treu, oder wir sind nicht“. 1932 folgte die Verlegung der Bundeskanzlei von Altenberg nach Düsseldorf.

Willi Werners Nachfolger im Amt des Reichsfeldmeisters wird Walter Casott. Das 3. Bundesthing in Altenberg zu Ostern 1933 befasst sich unter anderem mit dem Thema „Durchgeistigte Form und geformter Geist des Pfadfinderlebens“. Die DPSG bestand zu diesem Zeitpunkt aus 310 Stämmen mit rund 13.000 Mitgliedern.

Die Nationalsozialisten verbieten 1934 das Tragen von Kluft, Abzeichen und Bannern. Die Mitgliederzahl ist in diesem Jahr auf 16.000 gestiegen (in 457 Stämmen). Nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten in Deutschland erfolgt 1938 die Auflösung und das Verbot der Gruppenarbeit. In der Illegalität wird als Gemeinschaft Sankt Georg in Kirchen, Pfarrheimen und Wohnungen von Leitern weiter pfadfinderische Arbeit geleistet.
Georgsritter-Ernennungsurkunde, wie sie ab 1960 im Land München eingesetzt wurde und mit dem Wegfall der Georgsritter 1962 wieder verschwand.

Bereits kurz nach Kriegsende findet auf örtlicher Ebene der Aufbau von Pfadfindergruppen statt. Das 6. Bundesthing in Altenberg im Juli 1946 erlässt eine neue Bundesordnung und wählt Hans Fischer zum Bundesfeldmeister. 1947 kommen Georgspfadfinder erstmals nach dem Krieg wieder in Kontakt mit dem weltweiten Pfadfindertum. Am ersten Jamboree nach dem Krieg, dem „Jamboree des Friedens“ in Frankreich, können Georgspfadfinder im Rahmen des Kontingentes der Scouts de France (SdF) teilnehmen. Die DPSG zählt rund 10.000 Mitglieder in 282 Stämmen.

Das Bundesthing 1949 erarbeitet eine neue Struktur und eine neue Kluft und lässt erstmals Frauen als Wölflingsführerinnen zu. Das Rüsthaus Sankt Georg als Ausrüster und der Georgs-Verlag werden gegründet. Die DPSG hat 20.500 Mitglieder. Die Zahl der Mitglieder steigt in den 1950er Jahren und bis zu Beginn der 1960er Jahre stark an, fällt in den darauffolgenden Jahren jedoch regional teilweise überproportional. Wurden beispielsweise im Land München auf dem Landesthing 1962 noch 93 Stämme mit über 2600 Mitgliedern (1961)[3] gezählt[4], fiel diese Zahl bis zum Landesthing 1970 auf 59 Stämme.[5] 1965 verzeichnet der Bundesverband 73.000 Mitglieder. Zu Beginn der 1970er Jahre beginnen die Mitgliederzahlen wieder zu steigen und überschreiten im Jahr 1978 die Zahl 100.000. Im Jahr 1990 liegt die Mitgliederzahl bei 112.500 Mitgliedern, stagnierte über einige Jahre und sank bis 2004 auf rund 100.000 Mitglieder. Die aktuelle Mitgliederzahl (2007) beträgt rund 95.000.
Abzeichen der DPSG-Jahresaktionen 1967–1969

Die erste „Jahresaktion“ unter dem Motto „Flinke Hände, flinke Füße schaffen ein Werk für körperbehinderte Jugendliche“ (1961) markierte den Anfang der Jahresaktionen, die sich bis heute jedes Jahr mit einem anderen politisch-gesellschaftlich Thema auseinandersetzen und bei denen Spenden für konkrete Projekte gesammelt werden.

Nachdem bisher mit wenigen Ausnahmen (Wölflingsleiterinnen) nur Jungen und Männer Mitglied in der DPSG sein konnten, öffnete sich die DPSG 1971 auch für Mädchen und Frauen und ist seitdem ein koedukativer Verband. Daneben gibt es mit der Pfadfinderinnenschaft Sankt Georg einen rein weiblichen Pfadfinderinnenverband, der 1947 gegründet wurde. Im Jahr 1971 gipfelte die pädagogische Diskussion im Beschluss einer neuen Ordnung, die das Pfadfindergesetz durch die „Grundlinien unserer Lebensauffassung“ ersetzte und die DPSG pädagogisch veränderte.

Die 57. Bundesversammlung 1995 bringt eine weitere weitreichende Veränderung, durch die Einführung der „Kindermitbestimmung“, wonach Kinder die Gruppenstunde und das Verbandsleben im Stamm selber mitbestimmen sollen.

Mit dem Jahr 2001 beginnt der Perspektiventwicklungsprozess „update“, der kritisch die DPSG mit ihren Zielen und ihrer Ordnung hinterfragt.

2005 beschließt die Bundesversammlung die bis heute gültige neue Ordnung des Verbandes. Dazu zählt auch die Wiedereinführung eines Pfadfindergesetzes in zeitgemäßer Form.